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Balkonkasten bepflanzen: Standort, Erde, Pflanzabstände und schöne Kombinationen

Wie du Balkonkästen richtig bepflanzt: Sonne, Halbschatten oder Schatten, Kastengröße, Drainage und Erde, Pflanzabstände, Gestaltung mit Leitpflanze, Füller und Hängepflanze, Pflege und Herbst.

Ein üppig blühender Balkonkasten verwandelt selbst einen kleinen Balkon in einen grünen Rückzugsort. Gleichzeitig ist der Kasten ein anspruchsvoller Lebensraum: wenig Erde, viel Sonne oder viel Schatten, Wind, Hitze und manchmal tagelange Trockenheit. Wer den Standort richtig einschätzt, die passenden Pflanzen auswählt und beim Pflanzen einige Grundregeln beachtet, hat bis in den Herbst Freude an seinen Kästen.

Dieser Ratgeber zeigt, wie du den Standort bestimmst, welche Kästen und welche Erde sich eignen, wie du Schritt für Schritt pflanzt, wie du Pflanzen schön kombinierst und wie die Pflege durch die Saison gelingt.

Den Standort bestimmen

Die Ausrichtung des Balkons entscheidet über die Pflanzenwahl.

AusrichtungSonnenstundenBedingungen
Süden6 bis 10 Stunden, MittagssonneHeiß, trocken, hoher Wasserbedarf
WestenNachmittags- und AbendsonneWarm, im Sommer oft sehr heiß
OstenMorgensonneMild, ideal für viele Pflanzen
NordenKaum direkte SonneKühl, schattig

Beobachte deinen Balkon an einem sonnigen Tag: Wie viele Stunden scheint die Sonne wirklich auf die Kästen? Ein Balkon über dir, ein Baum oder Nachbargebäude können die Sonnenstunden stark verringern. Auch Wind spielt eine Rolle: In oberen Stockwerken ist es oft deutlich windiger, was Pflanzen austrocknet und Blüten zerzaust.

Pflanzen nach Standort

StandortBlühpflanzenBlatt- und StrukturpflanzenKräuter
Sonnig (Süd, West)Geranien, Petunien, Zauberglöckchen, Portulakröschen, Verbenen, Lantana, GazanienZiergräser, Silberblatt, SüßkartoffelRosmarin, Thymian, Lavendel, Salbei, Oregano
Halbschattig (Ost)Fuchsien, Lobelien, Männertreu, Elfenspiegel, BegonienBuntnesseln, Efeu, FunkienPetersilie, Schnittlauch, Minze
Schattig (Nord)Fleißiges Lieschen, Knollenbegonien, FuchsienFarne, Efeu, PurpurglöckchenMinze, Waldmeister, Bärlauch

Für schattige Balkone gibt es einen eigenen Ratgeber: Pflanzen für den Schattenbalkon.

Der passende Kasten

  • Größe: Lieber größer. Kästen mit mindestens 18 bis 20 cm Höhe und Tiefe halten mehr Wasser und Nährstoffe. Kleine Kästen trocknen im Sommer innerhalb weniger Stunden aus.
  • Abzugslöcher: Unverzichtbar. Ohne Löcher steht nach jedem Regen Wasser im Kasten.
  • Wasserspeicherkästen: Kästen mit Wasserreservoir im Boden versorgen die Pflanzen über mehrere Tage. Ideal für sonnige Balkone und Menschen mit wenig Zeit. Siehe Balkon-Bewässerung.
  • Material: Kunststoff ist leicht und hält Feuchtigkeit, Terrakotta ist schön, aber schwer und trocknet schneller aus, Holz isoliert gut, braucht aber eine Folie oder einen Einsatz.
  • Befestigung: Kästen außen an der Brüstung müssen sicher befestigt sein. Mit nasser Erde ist ein Kasten sehr schwer. Halterungen regelmäßig kontrollieren.

Die richtige Erde

Für Balkonkästen eignet sich hochwertige Balkon- oder Kübelpflanzenerde. Sie ist strukturstabil, speichert Wasser und enthält einen Startvorrat an Nährstoffen. Billige Erde sackt im Laufe des Sommers zusammen und verdichtet. Für Kräuter wie Rosmarin und Thymian die Erde mit Sand oder Bims abmagern. Weitere Hinweise in Blumenerde und Substrat.

Alte Erde aus dem Vorjahr sollte nicht wiederverwendet werden, sie ist ausgelaugt und kann Krankheitserreger enthalten. Sie kann in den Kompost oder Garten.

Wann pflanzen?

Frostempfindliche Sommerblumen kommen erst nach den Eisheiligen, Mitte Mai, nach draußen. Vorher drohen Nachtfröste. Frühlingsbepflanzungen mit Stiefmütterchen, Hornveilchen, Primeln und Zwiebelblumen sind ab März möglich.

Pflanzen Schritt für Schritt

  1. Pflanzen wässern: Die Wurzelballen der Pflanzen vor dem Einsetzen in einen Eimer mit Wasser tauchen, bis keine Luftblasen mehr aufsteigen.
  2. Drainage: Eine zwei bis drei Zentimeter dicke Schicht Blähton auf den Kastenboden geben, darüber ein Vlies, damit die Erde nicht in die Drainage rieselt. Bei Wasserspeicherkästen entfällt das.
  3. Erde einfüllen: Etwa bis zur Hälfte.
  4. Pflanzen anordnen: Die Pflanzen in ihren Töpfen probeweise aufstellen, bis die Anordnung passt.
  5. Einsetzen: Pflanzen austopfen, verfilzte Wurzeln leicht lockern und so tief setzen, dass die Oberkante des Ballens knapp unter dem Kastenrand liegt.
  6. Auffüllen und andrücken: Erde zwischen den Pflanzen auffüllen, leicht andrücken. Oben einen Gießrand von etwa zwei Zentimetern lassen.
  7. Angießen: Gründlich, bis Wasser aus den Abzugslöchern läuft.

Pflanzabstände

KastenlängeAnzahl Pflanzen
60 cm3 bis 4
80 cm4 bis 5
100 cm5 bis 6

Die Pflanzen sehen anfangs etwas spärlich aus, wachsen aber schnell zusammen. Zu dichtes Pflanzen führt zu Konkurrenz um Wasser und Nährstoffe und begünstigt Pilzkrankheiten.

Gestaltung: Leitpflanze, Füller, Hängepflanze

Viele Gärtner nutzen ein einfaches Schema für schöne Kästen:

  • Leitpflanze (Thriller): Eine aufrechte, auffällige Pflanze in der Mitte oder hinten, etwa eine stehende Geranie, Ziergras oder Margerite.
  • Füller (Filler): Buschige, mittelhohe Pflanzen, die den Raum füllen, etwa Verbenen, Elfenspiegel oder Begonien.
  • Hängepflanze (Spiller): Pflanzen, die über den Rand wachsen, etwa Hängepetunien, Zauberglöckchen, Lobelien, Efeu oder Süßkartoffel.

Beispielkombinationen

StilKombination
Klassisch sonnigRote stehende Geranie, weiße Verbenen, blaue Hängelobelien
MediterranLavendel, Rosmarin, Thymian, Kapuzinerkresse
InsektenfreundlichZinnien, Kosmeen, Duftsteinrich, Fächerblume
Halbschatten romantischFuchsie, Elfenspiegel, Efeu
Schatten modernKnollenbegonie, Purpurglöckchen, Farn

Für Bienen und andere Insekten eignen sich ungefüllte Blüten besser als stark gefüllte Sorten. Mehr dazu in Bienenfreundlicher Balkon.

Pflege durch die Saison

Gießen

Im Hochsommer brauchen sonnige Kästen oft täglich, manchmal zweimal täglich Wasser. Am besten morgens früh oder abends gießen, direkt auf die Erde und nicht über Blätter und Blüten. Die Fingerprobe zeigt, ob es nötig ist.

Düngen

Die Nährstoffe in der Erde reichen nur einige Wochen. Ab etwa vier bis sechs Wochen nach dem Pflanzen wöchentlich mit Flüssigdünger für Balkonpflanzen düngen, oder beim Pflanzen einen Langzeitdünger einarbeiten. Geranien und Petunien sind besonders hungrig.

Ausputzen

Verblühtes regelmäßig entfernen. So bildet die Pflanze keine Samen, sondern neue Blüten. Bei Petunien, Geranien und Margeriten verlängert das die Blüte erheblich.

Rückschnitt

Wenn Pflanzen im Hochsommer lang und unordentlich werden, kann ein Rückschnitt um ein Drittel neue Triebe und eine zweite Blüte anregen.

Schädlinge

Blattläuse, Spinnmilben und Weiße Fliegen sind typische Balkonschädlinge. Regelmäßig kontrollieren. Siehe Blattläuse natürlich bekämpfen.

Herbst und Winter

Im Herbst können die Sommerblumen durch Herbstbepflanzungen mit Heide, Chrysanthemen, Gräsern, Purpurglöckchen und Zierkohl ersetzt werden. Mehrjährige Pflanzen wie Geranien oder Fuchsien lassen sich frostfrei überwintern. Siehe Kübelpflanzen überwintern.

Praxisbeispiel: Der Südbalkon im dritten Stock

Auf einem Südbalkon im dritten Stock vertrockneten jedes Jahr im Juli die Petunien in den kleinen 15-cm-Kästen, obwohl täglich gegossen wurde. Im folgenden Jahr wurden die Kästen durch 20 cm tiefe Wasserspeicherkästen ersetzt. Bepflanzt wurde mit Geranien als Leitpflanzen, Portulakröschen und Zauberglöckchen sowie Hängeverbenen. Ein Langzeitdünger wurde eingemischt und ab Juli wöchentlich Flüssigdünger gegeben. Gießen war nur noch alle zwei bis drei Tage nötig, und die Kästen blühten bis Oktober.

Kosten realistisch planen

Ein gut bepflanzter Balkonkasten muss nicht teuer sein, aber an einigen Stellen lohnt es sich, nicht zu sparen. Der Kasten selbst hält bei guter Qualität viele Jahre, ebenso Halterungen und Untersetzer. Bei der Erde zahlt sich hochwertige Ware aus, weil sie über die ganze Saison locker bleibt und Wasser besser speichert. Bei den Pflanzen gibt es große Unterschiede: Jungpflanzen aus der Gärtnerei sind teurer als im Discounter, aber oft kräftiger und frei von Schädlingen. Wer Geld sparen möchte, sät einjährige Blumen wie Kapuzinerkresse, Ringelblumen, Kornblumen oder Zinnien selbst aus oder überwintert Geranien und Fuchsien aus dem Vorjahr. Auch Stecklinge von Freunden und Nachbarn sind eine gute Quelle. Ein kleiner Vorrat an Flüssigdünger reicht für eine ganze Saison und mehrere Kästen. So lässt sich ein üppiger Balkon mit überschaubarem Budget gestalten.

Häufige Fragen

Wie viele Pflanzen passen in einen 80-cm-Kasten?

Etwa vier bis fünf, je nach Wuchsbreite.

Kann ich Gemüse in Balkonkästen pflanzen?

Ja, etwa Salat, Radieschen, Kräuter und Erdbeeren. Für Tomaten und Paprika sind Kübel besser. Siehe Tomaten auf dem Balkon.

Braucht jeder Kasten eine Drainage?

Bei Kästen mit Abzugslöchern ist eine Drainageschicht hilfreich. Wichtiger sind die Löcher selbst.

Fazit

Ein schöner Balkonkasten beginnt mit der richtigen Standortanalyse. Wähle Pflanzen passend zu Sonne oder Schatten, nimm ausreichend große Kästen mit Abzugslöchern und hochwertige Erde, pflanze nicht zu dicht und kombiniere aufrechte, buschige und hängende Pflanzen. Regelmäßiges Gießen, Düngen und Ausputzen sorgt für eine lange Blütezeit bis in den Herbst.

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