Zum Inhalt springen
BYOXYBring Your OXYgen home

Bogenhanf (Sansevieria) pflegen: die fast unverwüstliche Zimmerpflanze

Wie du Bogenhanf richtig gießt, welcher Standort passt, welche Erde er braucht, wann du umtopfen solltest, wie du ihn vermehrst und wie du Fäulnis vermeidest.

Der Bogenhanf, botanisch heute meist zu Dracaena gezählt, aber im Handel weiter als Sansevieria bekannt, gilt als die perfekte Pflanze für Einsteiger und für alle, die oft unterwegs sind. Er verträgt Trockenheit, wenig Licht und vergessene Gießtermine. Trotzdem gehen viele Bogenhanf-Pflanzen ein, und zwar fast immer aus demselben Grund: zu viel Wasser.

Dieser Ratgeber erklärt, was der Bogenhanf wirklich braucht, wie du ihn richtig gießt, welche Erde und welcher Topf passen, wann und wie du umtopfst, wie du ihn vermehrst und welche Probleme auftreten können.

Steckbrief

MerkmalBogenhanf
HerkunftTrockene Regionen Afrikas und Südasiens
WuchsAufrechte, ledrige Blätter aus einem Wurzelstock (Rhizom)
LichtHell bis halbschattig, verträgt auch Sonne
Temperatur18 bis 27 °C, nicht unter 12 °C
GießenErst, wenn die Erde vollständig trocken ist
SchwierigkeitSehr leicht
GiftigkeitLeicht giftig für Haustiere (Saponine)

Standort

Der Bogenhanf ist anpassungsfähig:

  • Hell bis sonnig: Hier wächst er am schnellsten und bildet die kräftigsten Farben.
  • Halbschatten: Er wächst langsamer, bleibt aber gesund.
  • Dunkle Ecken: Er überlebt dort, wächst aber kaum. Dann besonders wenig gießen.

Wichtig ist eine gleichbleibend warme Umgebung. Kalte Fensterbänke im Winter und Zugluft vertragen die fleischigen Blätter schlecht.

Gießen: weniger ist mehr

Bogenhanf speichert Wasser in seinen dicken Blättern und im Rhizom. Er kommt wochenlang ohne Wasser aus.

  1. Erde vollständig austrocknen lassen, auch in der Tiefe. Mit einem Holzstäbchen prüfen: Kommt es sauber und trocken heraus, darfst du gießen.
  2. Gründlich gießen, bis Wasser unten herausläuft.
  3. Überschuss sofort entfernen.
  4. Nicht ins Herz der Blattrosette gießen: Wasser in der Blattmitte kann Fäulnis auslösen.
JahreszeitGrobe Orientierung
Frühling und SommerAlle 2 bis 4 Wochen
Herbst und WinterAlle 4 bis 8 Wochen, an kühlen Standorten noch seltener

Mehr zur Gießtechnik in Zimmerpflanzen richtig gießen.

Erde und Topf

  • Erde: Kakteen- oder Sukkulentenerde, gern mit zusätzlichem Sand, Bims oder Lavagranulat. Normale Blumenerde hält zu viel Wasser.
  • Topf: Mit Abzugsloch. Ein schwerer Topf aus Ton oder Keramik verhindert, dass hohe Pflanzen umkippen, und Ton lässt überschüssige Feuchtigkeit verdunsten.
  • Drainage: Eine Schicht Blähton am Topfboden ist hilfreich, ersetzt aber nicht das Abzugsloch.

Düngen

Bogenhanf braucht wenig Nährstoffe. Von Frühjahr bis Spätsommer einmal im Monat mit Kakteen- oder Grünpflanzendünger in halber Dosierung genügt. Im Winter nicht düngen.

Umtopfen

Bogenhanf mag es eng. Umtopfen ist nötig, wenn:

  • Wurzeln aus dem Abzugsloch wachsen.
  • Der Wurzelstock den Topf sichtbar verformt oder sprengt (bei Kunststofftöpfen kommt das vor).
  • Die Erde nach Jahren verbraucht und verdichtet ist.

Meist reicht es alle zwei bis drei Jahre im Frühjahr. Den neuen Topf nur wenig größer wählen. Nach dem Umtopfen eine Woche nicht gießen, damit verletzte Wurzeln abheilen. Siehe Umtopfen Schritt für Schritt.

Vermehren

Bogenhanf lässt sich auf zwei Arten vermehren:

  • Teilung: Beim Umtopfen den Wurzelstock mit einem scharfen Messer teilen, sodass jedes Teil Blätter und Wurzeln hat. Getrennt einpflanzen. Das ist die schnellste Methode. Siehe Pflanzen teilen.
  • Blattstecklinge: Ein Blatt in 5 bis 10 cm lange Stücke schneiden, die Schnittflächen einige Tage antrocknen lassen und mit der unteren Seite (Richtung beachten!) in sandige Erde stecken. Bis neue Triebe erscheinen, vergehen oft Monate. Bei panaschierten Sorten verlieren die neuen Pflanzen dabei meist die gelben Ränder.

Typische Probleme

SymptomUrsacheLösung
Blätter werden weich, matschig, fallen umZu viel Wasser, FäulnisAus dem Topf nehmen, faule Teile entfernen, trocken neu einpflanzen
Braune, weiche Stellen am BlattgrundWasser in der Blattrosette oder KälteNie in die Mitte gießen, wärmer stellen
Blätter rollen sich ein oder werden runzligLanger WassermangelGründlich gießen
Blätter kippen auseinanderZu wenig Licht, zu viel WasserHeller stellen, weniger gießen, Blätter eventuell zusammenbinden
Braune SpitzenUnregelmäßiges Gießen, Kälte, VerletzungSpitzen schräg abschneiden
Keine neuen BlätterZu dunkel oder WinterruheHeller stellen, Geduld

Fäulnis retten

  1. Pflanze aus dem Topf nehmen und die Erde entfernen.
  2. Matschige, braune Wurzeln und Blattteile mit einem sauberen Messer bis ins gesunde Gewebe abschneiden.
  3. Schnittflächen einige Tage antrocknen lassen.
  4. In frische, trockene Sukkulentenerde setzen und erst nach einer Woche vorsichtig gießen.

Mehr in Wurzelfäule erkennen und retten.

Blüte

Ältere Pflanzen bilden manchmal im Frühjahr einen Blütenstand mit duftenden, cremeweißen Blüten, die besonders abends riechen. Dabei kann klebriger Nektar austreten. Nach der Blüte bildet die betreffende Rosette keine neuen Blätter mehr, aber das Rhizom treibt neue Rosetten aus.

Praxisbeispiel: Bogenhanf im Büro

In einem Büro stand ein großer Bogenhanf in einem Übertopf ohne Abzug. Mehrere Kollegen gossen ihn „sicherheitshalber“ regelmäßig. Nach einigen Monaten fielen die äußeren Blätter weich um. Beim Herausnehmen stand unten Wasser im Übertopf, die Wurzeln waren teilweise faul. Nach dem Zurückschneiden, Antrocknen und Einpflanzen in Kakteenerde mit Blähtonschicht bekam die Pflanze einen Zettel: „Gießen nur am ersten Montag im Monat, und nur, wenn die Erde trocken ist.“ Seitdem treibt sie wieder neue Blätter.

Beliebte Sorten im Überblick

SorteAussehenBesonderheit
LaurentiiHohe Blätter mit gelbem RandKlassiker, sehr robust
HahniiNiedrige, trichterförmige RosettenPasst auf kleine Fensterbänke
MoonshineSilbrig-grüne, breite BlätterBraucht etwas mehr Licht für die helle Farbe
CylindricaRunde, stabförmige BlätterWird oft geflochten verkauft
Kirkii und MasonianaSehr breite, einzelne BlätterWächst langsam, wirkt skulptural

Panaschierte Sorten mit hellen Rändern oder silbriger Zeichnung behalten ihre Farbe am besten an einem hellen Standort. In dunklen Ecken werden neue Blätter oft dunkler und schmaler.

Bogenhanf im Schlafzimmer und im Bad

Bogenhanf wird häufig für Schlafzimmer empfohlen. Gegen einen hellen Platz im Schlafzimmer spricht nichts, solange es dort nicht dauerhaft unter 15 °C abkühlt. Viele Schlafzimmer werden im Winter wenig geheizt; dann gilt besonders: kaum gießen und die Pflanze nicht direkt ans kalte Fenster stellen. Im Badezimmer fühlt sich Bogenhanf wohl, wenn es dort ein Fenster gibt. Die höhere Luftfeuchtigkeit braucht er nicht, sie schadet aber auch nicht. In fensterlosen Bädern fehlt ihm auf Dauer das Licht. Dort hält er nur mit einer Pflanzenlampe, die täglich mehrere Stunden brennt.

Häufige Pflegefehler auf einen Blick

  1. Gießen nach festem Wochenplan statt nach Trockenheit der Erde.
  2. Normale Blumenerde ohne mineralische Zusätze, die das Wasser zu lange hält.
  3. Übertopf ohne Kontrolle, in dem unbemerkt Wasser steht.
  4. Zu großer Topf beim Umtopfen, sodass viel nasse Erde ohne Wurzeln bleibt.
  5. Kalter Standort im Winter, etwa direkt am ungeheizten Fenster oder auf dem Fliesenboden.
  6. Sprühen in die Rosette, wodurch Wasser in der Blattmitte stehen bleibt.

Wer diese sechs Punkte vermeidet, hat bei einem Bogenhanf kaum noch etwas falsch zu machen.

Häufige Fragen

Reinigt Bogenhanf die Luft?

Pflanzen nehmen in geringem Maß Schadstoffe auf. In normalen Wohnräumen ist der Effekt auf die Luftqualität aber klein. Regelmäßiges Lüften ist deutlich wirksamer.

Wie oft muss ich Bogenhanf gießen?

So selten, dass die Erde zwischen den Gießgängen vollständig austrocknet. Meist alle zwei bis acht Wochen, je nach Jahreszeit.

Ist Bogenhanf giftig für Katzen?

Er enthält Saponine, die bei Katzen und Hunden Übelkeit verursachen können. Siehe Pflanzensicherheit.

Kann ich Bogenhanf in Hydrokultur halten?

Ja, das funktioniert gut, wenn der Wasserstand niedrig gehalten wird.

Fazit

Bogenhanf braucht vor allem eines: Zurückhaltung beim Gießen. Lass die Erde vollständig austrocknen, gieße nie in die Blattrosette, verwende durchlässige Sukkulentenerde in einem Topf mit Abzugsloch und halte die Pflanze warm. Dann wächst er jahrelang zuverlässig, selbst an Standorten, an denen andere Pflanzen aufgeben.

Weiter gärtnern

Passende Ratgeber